Mein Weg zu mehr Selbstbewusstsein

Als ich noch Teenager war, hatte ich kaum Selbstbewusstsein. Ich bin recht schmal gebaut und der kleinste neckische Kommentar darüber trieb mir schon die Tränen in die Augen. Ich war introvertiert und glaubte, ich müsse es anderen recht machen, damit sie mich mögen. Denn anders war ich schon immer irgendwie. Meine Mutter sagte immer: Du musst dich selbst mögen, dann mögen dich auch die anderen. Was sie damit meinte habe ich lange nicht verstanden. Bis zu einem Schlüsselerlebnis, bei dem es bei mir Klick machte. Ich habe beim Essen schneiden die Angewohnheit, dass ich die Gabel anders halte, als die Norm es vorschreibt. Ich halte sie nämlich in der geballten Faust. Und wenn mich jemand darauf ansprach, war ich irgendwie stolz darauf, dass ich meine eigene Art zu essen habe. Genauso wie ich später stolz darauf war, die einzige Nichtraucherin zu sein, während sich meine Freundinnen an den stinkenden Stängel zu gewöhnen begannen. Irgendwann begann ich mich auch nicht mehr für meinen eigensinnigen Schwimmstil zu schämen, der mich einfach schneller ans Ziel brachte, als wenn ich mich abzwang Brust zu schwimmen, wie es einem schließlich gelernt wurde. Wenn sich jemand darüber lustig machte, lachte ich mit und sagte nur, ja so schwimmt es sich einfach schneller. Irgendwann schaffte es keiner mehr, mich in irgendeiner Form zu reizen. Ich blieb ausgeglichen, denn …

Was ist Selbstbewusstsein?

Ich erkannte, Selbstbewusst sein bedeutet, mit sich selbst zufrieden zu sein. Es reicht nicht, sich zu akzeptieren wie man ist. Nein, um sich seiner selbst bewusst zu sein muss man stolz auf sich sein. Stolz auf die Eigenheiten, die einen anders als die anderen sein lassen. Stolz auf die eigenen Einstellungen, stolz dass man eine eigene Meinung hat, stolz auf die Art wie man die Gabel hält oder schwimmt, einfach stolz darauf zu sein, dass man anders ist als die anderen und zwar bedingungslos in ALLEM was man tut und ist. Um selbstbewusst zu sein, muss man sich selbst vertrauen. Darauf vertrauen, dass man OK ist, so wie man ist.

Menschen mit wenig Selbstbewusstsein denken, sie wären anders als die anderen. Behaupten also die anderen wären normal, wogegen sie selbst unnormal sind. Es gibt keine Normalos. Zumindest nicht auf dieser Welt. Der Unterschied liegt nur darin, dass sich diejenigen mit Selbstbewusstsein so lieben wie sie sind und sich somit selbst als Normal kennzeichnen. Mit all ihren Eigenheiten und Fehlern.

Hat man das Level des sich selbst lieben erreicht, stellt sich auch das empfindliche reagieren auf Kommentare anderer ein. Weil wenn man sich selbst wirklich liebt, ist es einem egal, was andere über einen sagen. Du steckst destruktive Kritik weg ohne dem anderen böse zu sein. Man muss bei dir nicht mehr jedes Wort auf die Waagschale legen. Und das macht dich automatisch umgänglich und sympatisch. Und nebenbei begehrenswert fürs andere Geschlecht.

Kann man Selbstbewusstsein lernen?

Meiner Meinung nach ein klares Ja.

Beginne damit, dich selbst zu loben. Wenn du etwas gut gemeistert hast, wenn du jemanden eine Freude gemacht hast, wenn du jemanden zum Lachen gebracht hast, wenn du mutig warst und etwas riskiert hast oder wenn du ein Kompliment bekommen hast.

Hege keinen Groll gegen andere. Mach dir das Leben nicht unnötig schwer indem du spitze Kommentare oder Taten anderer übel nimmst. Wenn sie mit dir nicht klar kommen, ist das doch deren Problem nicht deins. Mach das Problem anderer nicht zu deinem. Sollen sie doch selbst damit fertig werden.

Sei dankbar und stolz, dass du so bist, wie du bist. Dass du Dinge anderes machst als andere. Sei stolz, dass du ein Individuum bist.

 

One Response to Selbstbewusstsein stärken

  1. erika sagt:

    wow sabine. du hast einen tollen weg hinter dir. danke für deine ganzen tipps.

    lg erika

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